Die Raumordnung »überfährt« die Gemeinden?

Die Salzburger BürgermeisterInnen fühlen sich also in der Raumordnung überfahren (SN heute). Das Problem Bodenverbrauch wird uns in den nächsten Jahren massiv begleiten und ein immenses Problem werden, wenn wir nicht schleunigst gegensteuern. Selbst Deutschland will in den nächsten Jahren seinen Bodenverbrauch halbieren. Österreich verbraucht pro Kopf jedoch zusätzlich drei mal mehr neue Bodenflächen pro Jahr als Deutschland.

Bei uns fristet die Thematik in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. Das muss sich ändern! Dabei geht es nicht nur um wertvolle Lebensräume für Mensch und Natur, die verloren gehen, sondern auch um den Schutz hochwertiger Produktionsflächen in der Landwirtschaft (die dann natürlich idealerweise biologisch bewirtschaftet werden ;) …) Nur weil hier die Aufsichtsbehörden in den letzten 20 Jahren weggeschaut haben, ist das noch lange kein Recht, das auch in den nächsten 20 Jahren in Anspruch nehmen zu können, lieber Herr Gemeindebundpräsident Mitterer! Die Ergebnisse dieser verfehlten Raumordnungspolitik kann jede/r erkennen, die/der mit offenen Augen durch Salzburgs Landschaft fährt … Link zum Artikel in den SN (GV Horst Köpfelsberger)

Dazu passt auch mein Leserbrief in den SN vom 25.7.2016:

Raumordnerische Sandkastenspiele?

Wer offenen Auges in die Salzburger Landschaft blickt, kann leicht erkennen, wohin die von LH Wilfried Haslauer angesprochene und seit über 20 Jahren gelebte Praxis in der Raumordnung auch geführt hat: Zersiedelung, Versiegelung und Flächenfraß inklusive der Probleme und Infrastrukturkosten für uns SteuerzahlerInnen, von den Auswirkungen auf Landschaft und Natur ganz zu schweigen. Es ist daher richtig, wenn die von Astrid Rössler geführte Abteilung im Amt der Landesregierung ihren aufsichtsbehördlichen Aufgaben gegenüber den Gemeinden nachkommt und stärker kontrolliert und anleitet. Dazu gehört auch, dass die bisherige Praxis hinterfragt und kurzfristig angepasst wird. Das als Sandkastenspiele zu bezeichnen, ist befremdlich. Übrigens: Das Land Salzburg hat ungenutzte und gewidmete Baulandreserven für die nächsten 100 Jahre, insofern ist ein Umdenken in der Raumordnung dringend auch in den Gemeinden nötig.

Dipl.-Ing. (FH) Horst Köpfelsberger, 5023 Koppl

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