Stellungnahme GV-Sitzung zum Kindergarten

„Neubau Kindergarten Koppl – Einreichplanung“

Der Architekturwettbewerb für den Neubau des Kindergartens in Koppl ist abgeschlossen. Mit der Beauftragung des Siegerprojekts wurde ein wesentlicher planerischer Meilenstein erreicht; grundlegende Entscheidungen sind damit verbindlich getroffen. In diesem Stadium besteht faktisch kein Handlungsspielraum mehr für grundlegende Änderungen am Projekt.

Aus fachlicher Sicht hätten Fragestellungen wie die Dachform oder ein möglicher Tausch der Geschosse allerspätestens im Zuge der Beauftragung des Architekturbüros als verbindliche Vertragsbedingungen definiert werden müssen. Dies ist jedoch nicht erfolgt; vielmehr wurde die Beauftragung auf Basis des Siegerprojekts einstimmig beschlossen. Nachträgliche Eingriffe in diese zentralen Elemente der Planung ziehen daher nicht abschätzbare Zusatzkosten sowie ein unvorhersehbares rechtliches Risiko nach sich.

Festzuhalten ist zudem, dass bei einer Nichteinigung mit dem erstgereihten Projekt nicht automatisch eine alternative Dachform realisiert worden wäre. Vielmehr wäre der zweitplatzierte Wettbewerbsbeitrag nachgerückt, der ebenfalls ein Flachdach vorsah. Eine bestimmte Dachform hätte daher – sofern politisch gewünscht – bereits in der Wettbewerbsauslobung als verbindliches Ausschlusskriterium und nicht lediglich als unverbindlicher Wunsch festgelegt werden müssen.

Hinsichtlich der vorgebrachten Kritik am Flachdach halten wir fest, dass diese in der pauschalen Form sachlich nicht gerechtfertigt ist. Ein fachgerecht geplantes, ausgeführtes und kontrolliertes Flachdach entspricht dem Stand der Technik und ist laut Expert:innen – auch im Hinblick auf Seehöhe, Schneelasten und Niederschlagsmengen – bei entsprechender Planung, Ausführung und Kontrolle gleichwertig zu geneigten Dachformen. Zudem sprechen Kosten- und Wirtschaftlichkeitsaspekte auch aus ökologischer und bauphysikalischer Sicht für diese Bauweise. Begrünte Flachdächer ermöglichen eine kontrollierte Regenwasserrückhaltung und leisten einen nachweisbaren Beitrag zur thermischen Entlastung und Kühlung des Gebäudes.

Wir halten fest, dass die vorgebrachten Kritikpunkte zu einem Zeitpunkt artikuliert wurden, zu dem grundlegende Planungsentscheidungen bereits getroffen waren. Darüber hinaus entsprechen sie in Teilen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Außerdem wird von Seiten der Kritiker:innen der Eindruck vermittelt, es bestünden in dieser Projektphase noch Handlungsmöglichkeiten, die der Gemeinde faktisch nicht mehr zur Verfügung stehen.

Wir sind der Ansicht, dass eine grundlegende Neubewertung des Projekts in diesem Stadium erhebliche Verzögerungen, Mehrkosten und rechtliche Unsicherheiten nach sich ziehen würde und letztlich zulasten der Koppler Familien ginge.

Aus diesen Gründen stimmen wir der vorliegenden Einreichplanung zu.

Abschließend appellieren wir an alle Fraktionen, die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit wieder in den Vordergrund zu stellen und das Projekt im gemeinsamen Interesse der Kinder, Eltern und Pädagog:innen konsequent und verantwortungsvoll weiterzuverfolgen.

Mach mit bei uns! Einfach hier melden