Rückblick & Ausblick

Liebe Kopplerinnen, liebe Koppler!

Ein sehr herausforderndes Jahr geht zu Ende. Die Coronapandemie hat uns auf allen Ebenen vor ungeahnte Herausforderungen gestellt – privat, beruflich, aber auch in der Gemeindepolitik. Budgetfragen waren plötzlich offen, Sitzungen wurden abgesagt und der inhaltlich/strategische Austausch zwischen uns allen intern war nur sehr schwer möglich. Wir sahen eine Auflösung der Koppler SPÖ, die gewohnte Strategie der Verzögerungs-, Hinhalte- und Salamitaktik der ÖVP und auch eine Regierungsbeteiligung der Grünen auf Landes- und Bundesebene, die zwar Mitgestaltung bei manchen Themen ermöglicht, deren Preis aber vielen von uns sehr, sehr hoch erscheint – man denke nur an Flüchtlingspolitik, wo man sich partout nicht durchsetzen kann. Es fällt schwer, das zu akzeptieren. 

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Unser Schwerpunkt 2021: Gegen Bodenversiegelung

Boden ist ein wertvolles, weil endliches Gut. Er trägt und ernährt uns. Jeden Quadratmeter gibt es nur einmal. Wenn man sich vorstellt, dass es 100 bis 200 Jahre dauert, bis ein Zentimeter Humus »gewachsen« ist, dann wird klar, wie wichtig es ist, unsere Lebensgrundlage zu erhalten und zu schützen. Wir haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht dafür einzutreten, sparsam mit dieser Ressource umzugehen und die Bodenversiegelung möglichst auch in unserer Gemeinde zu minimieren. Immerhin haben wir uns in Koppl als »Bodenbündnisgemeinde« auch dazu verpflichtet. Wir werden euch auf dem Laufenden halten!

Warum Moore wichtig sind

Die Landesumweltanwaltschaft beklagte zuletzt, dass während des ersten COVID-Lockdowns auffallend viele Anzeigen wegen zerstörter Biotope in Salzburg eingegangen sind. Darunter sind auch Feuchtwiesen und Moore. (Quelle: salzburg.orf.at, 28.09.2020). 

Die Renaturierung des Blinklingmoos

Entstehung eines Hochmoores:

  • Niederschlagsreiche Region
  • Der Boden muss eine Stauung
    von Wasser ermöglichen.
  • Die Entwicklung neuer Pflanzen übertrifft die Verluste von Pflanzenresten durch Zersetzung.
  • Niedriger Nährstoffgehalt 
  • Im Laufe von Jahrtausenden übersteigt das Moor aufgrund der abgelagerten und nicht zersetzten Pflanzenreste (Torf) die Umgebung.

Funktion:

  • Speicherung von Treibhausgasen (CO2, Lachgas etc.), das bei Trockenlegung in die Athmosphäre entweicht und damit den Klimawandel »anheizt«
  • Wasserspeicher und -dosierung gegen Trockenheit, Hochwasser und Überflutungen
  • Wichtig für das Klima im Nahbereich (Mikroklima)
  • Raum für seltene Pflanzen und Tiere
    (Erhalt der Artenvielfalt)

Gefährdung:

  • » Austrocknung, Veränderung des
    Wasserhaushaltes, Zerstörung der Stauschicht
  • » Gewinnung von torfhaltiger Erde/Torf
  • » Düngung im Nachbereich und damit Erhöhung
    des Nährstoffgehalts im Moor
  • » Starke touristische Nutzung
  • » Luftverschutzung und damit Einbringung von
    Gift- und Nährstoffen durch den Regen

Renaturierung:

  • Mit künstlichen Wänden werden Entwässerungsgräben verschlossen, das Wasser aufgestaut und damit das Moor wieder »eingenässt«. Über Jahrzehnte wird damit der Grundwasserspiegel angehoben und damit das Moor in seiner Funktion wiederhergestellt.
  • Die laufende Überwachung des Grundwasserspiegels mittels Sonden ermöglicht wenn nötig rechtzeitige  Gegenmaßnahmen.
  • Einmalige Mahd geeigneter Flächen am Rand

Über die Bedeutung der Moore für den Wasserhaushalt, den Klima- und Artenschutz ist in der Öffentlichkeit leider noch immer viel zu wenig bekannt. Auch beim Schutz des Koppler Moores geht – entgegen den Ankündigungen des Bürgermeisters – nichts weiter. Hier wird uns seit 2014 versprochen, eine Machbarkeitsanalyse durchzuführen. Kostenpunkt für die Gemeinde: 2.000 Euro. Man ist scheinbar nicht einmal bereit, diese geringe Summe auszugeben, damit wir überhaupt wissen, welche Maßnahmen sinnvoll wären, um sie mit den Grundeigentümern besprechen zu können. Damit würden endlich erste Schritte gesetzt, diesen wertvollen Koppler Schatz zu retten.

Sind Verkaufsautomaten bei der Sperrbrücke wirklich sinnvoll?

In der Gemeindevertretungssitzung am 15. 09. wurde über einen Grundsatzbeschluss diskutiert, der eine langfristige Verpachtung einer gemeindeeigenen Fläche in unmittelbarer Nähe der Sperrbrücke für einen holzverkleideten Container mit Automaten ermöglichen soll – gedacht für den Verkauf von Produkten aus der Mondsee- und Fuschlseeregion. Auf den ersten Blick ist das auch für uns eine charmante und ehrenwerte Idee. Aber wenn der KAUZ genauer drauf schaut?

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Gemeinde pachtet Grund, um zu haften?

Im Ortszentrum soll ein zweiter Volleyballplatz errichtet werden, dazu hat die Gemeindevertretung vor einem Jahr einen Grundsatzbeschluss für die Pacht von etwa 1.200 Quadratmetern gefasst. So weit so gut. 

Jetzt sollen weitere 600 Quadratmeter Böschung und Wald dazu gepachtet werden. Das hat der Bürgermeister als Verhandlungsergebnis für den Vertragsabschluss präsentiert. Die Gemeinde kann aber mit dieser Fläche gar nichts anfangen, da es sich dabei eben um Wald handelt. Begründet hat er es damit, dass nun auch die Haftung bei der Gemeinde liege, falls von dort ein Baum auf den Volleyballplatz fallen sollte. Die Gemeinde pachtet den Boden, die Bäume gehören weiterhin dem Eigentümer. 

Fazit: Die Gemeinde Koppl gibt also Steuergeld dafür aus, etwas zu pachten, das sie nicht braucht und übernimmt noch dazu die Haftung für Bäume, die ihr nicht gehören. Das klingt zwar schräg, wurde aber trotz unserer Gegenstimmen mehrheitlich beschlossen.